Mithoon Sharma: Tum Hi Ho

Mithoon Sharma: Tum Hi Ho

Dezember 2013Indien

Nach einem Zwischenstopp in Abu Dhabi mit einer Taxirundfahrt nach Dubai sind wir schließlich in Chennai gelandet. Jetzt wissen wir wie es sich anfühlt in einer indischen Großstadt zu leben. Es ist die Hölle. Die Luftverschmutzung schnürt einem die Luft ab, das ständige Hupkonzert raubt den letzten Nerv und die gefühlte Übervölkerung macht schlicht depressiv. Die südindische Küche ist für uns sehr gewöhnungsbedürftig. Schon zum Frühstück gibt es eine undefinierte Gemengelage von Gemüsen, Gewürzen, Soßen und Reis, die mit allen fünf Fingern der rechten Hand gegessen werden. So hat es nicht lange gedauert, bis unsere Mägen kapitulierten. Eine weitere lange Taxifahrt mit Lärm und Gestank hat uns schließlich den Rest gegeben und wir haben beschlossen auf weiteres nicht mehr das Hotelzimmer zu verlassen. Schon der Gedanke an das Frühstück ließ jegliches Hungergefühl vergehen. Ich bin sicher, uns verwöhnten Berliner fehlte einfach nur die Zeit, um uns auf dieses Leben einzulassen. Aber im Vergleich zu Chennai ist Berlin ein Luftkurort. Bei meinem letzten Indienbesuch vor 15 Jahren dominierten noch die Fahrradrikschas. Jetzt verpesten unzählige Toyotas, Hyundai und VWs die Luft. Aber vor allem die alten LKW's und die dreirädrigen offenen Taxis mit dem stinkenden Zweitaktern sind unerträglich. Und die Regierung unternimmt nichts gegen die zunehmende Luftverschmutzung. In den nächsten Jahrzehnten muss das hier kollabieren.

Selbst unsere indische Freundin Anu leidet sehr unter der Luftverschmutzung. Sie hat sich liebevoll um uns gekümmert und uns einen tollen Einblick in das Land gegeben: wir sind alle Tempel in Chennai und Umgebung abgefahren, haben eine wirklich beeindruckende Aufführung der besten Tänzerin gesehen und am letzten Abend hat sie uns zu einer privaten Einladung mitgenommen. Peter und ich waren dort sicher die ärmsten Schlucker. Nachdem wir die Sicherheitsbarrieren durchdrungen haben und damit die Straßenkinder hinter uns gelassen haben, wurden wir sehr herzlich mit allerlei Köstlichkeiten empfangen. Wir haben versucht mit unseren Outdoor-Klamotten nicht weiter aufzufallen. Trotz aller Vorurteile war das Haus geschmackvoll eingerichtet und die Gastgeber sehr nett. Auf dem Dach des Hauses wurde ein festliches Essen mit Hummer und einem grandiosen Blick bereitet. Trotzdem waren wir froh, als wir wieder in unser bescheidenes Leben zurück kehren konnten.

Die letzten Tage in Indien haben wir an den Stränden von Goa verbracht, wo wir uns von dem traumhaften Klima und den netten Menschen treiben gelassen haben und dem Beat des Goa-Trance gefolgt sind.